Grusswort des Tagungspräsidenten

Liebe Freunde,

Ich freue mich, Sie im Auftrag der Deutschen, der Österreichischen und der Schweizerischen Gesellschaften für Hämatologie und Onkologie an unserer gemeinsamen Jahrestagung 2007 in Basel willkommen zu heissen.
Unser Programm ist ebenso reichhaltig gestaltet wie unsere Fächer, deren Themen sich vom experimentellen Labor bis in die Bereiche der Psycho-Onkologie und der Ökonomie erstrecken.
Wir treffen uns zudem in einer der interessantesten Städte der Schweiz, die vielen von Ihnen mit ihrer jahrhundertealten Geschichte, ihrer Kultur und ihrer Lebensqualität wohl vertraut ist.

Die Onkologie und die Hämatologie sind «timely». Die rasante Entwicklung unserer Fächer bestätigt den Optimismus der vergangenen Jahre und Jahrzehnte, wonach systematische experimentelle und klinische Forschung Früchte zu Gunsten unserer Patientinnen und Patienten tragen. Wir haben uns jedoch dem Risiko zu stellen, dass wir Opfer unserer eigenen Erfolge werden können. Die finanziellen Mittel im Gesundheitswesen sind beschränkt, die Kosten neuer Krebstherapien steigen … können wir uns unsere Erfolge noch leisten?
Der Ausbau unserer diagnostischen und therapeutischen Möglichkeiten zwingt uns, unsere Mittel kritisch einzusetzen, um der Gefahr zu entgehen, dass wir in der Onkologie und Hämatologie vor lauter Fortschritt nicht mehr stehen können.
So möchte denn unser Programm einerseits über Neues berichten, und andererseits helfen, diagnostische Techniken und Therapien kritisch einzusetzen, da Nein zu sagen, wo es vertretbar ist, und dort eine teure Therapie überzeugt zu vertreten, wo sie nachweislich am Platz ist.

Das Tagungsprogramm bietet Ihnen verschiedene didaktische Formate für Ihre Weiter- und Fortbildung und für Einblicke in Neues aus der experimentellen und klinischen Forschung. In den Freien Vorträgen werden Ihnen neue Daten aus den Forschungszentren unserer drei Länder präsentiert, verknüpft mit kritischen Kommentaren zu den präsentierten Themen.

Die Fortbildungssymposien («Educationals») bieten Ihnen in erster Linie praxisbezogene klinische Diskussionen zu wichtigen Teilgebieten aus Hämatologie und Onkologie. Die Schweizerische Gesellschaft für Hämatologie (SGH) bietet Ihnen ihren jährlichen Hämatologie-Fortbildungskurs mit integriertem, in Zusammenarbeit mit dem Arbeitskreis Laboratorium organisierten Mikroskopierkurs im Rahmen unseres Kongresses an; er steht allen Kongressteilnehmern offen.
Die nicht-onkologischen Themen aus der Hämatologie finden sich hauptsächlich in diesem Programmteil. Die wissenschaftlichen Symposien zeigen Ihnen in Form von Übersichtsreferaten neue Daten aus aktiven Forschungsbereichen auf, teils klinische Themen, teils experimentelle Fragestellungen.

Beiträge der Arbeitskreise der DGHO und der deutschen Kompetenznetze finden Raum in den wissenschaftlichen Symposien.

Wissenschaftliche Untersuchungen zum Nutzen (und zu den Nebenwirkungen) von Fortbildungen (CME) zeigen, dass Plenarvorträge wohl geeignet sind, Wissen zu vermitteln, aber wenig wirksam, wenn es darum geht, die eigene Praxis im Alltag zu ändern. So haben wir denn kleineren Unterrichtsveranstaltungen breiten Raum gewährt. Wir bieten noch mehr Experten-Seminare («Meet the Expert») an als bisher. Ein neues Format sind klinische Falldemonstrationen durch Kursteilnehmer, in denen unter Leitung anerkannter Experten praktische Fälle diskutiert werden. Die Fälle wurden in einer eigens dafür geschaffenen Abstract-Kategorie eingereicht, und wir hoffen, die interessantesten zur Diskussion ausgewählt zu haben.

Ich weise Sie auch auf die praktisch orientierten Kurse hin, beispielsweise den Mikroskopierkurs oder den Flow-Zytometrie-Kurs.

In das Tagungsprogramm integriert sind die Pflegetagung und der Patiententag. Die Pflegetagung richtet sich zwar hauptsächlich an die Berufsgruppen der Pflegenden, steht aber allen Teilnehmern offen. Ich bin überzeugt, dass das von Irène Bachmann-Mettler (Zürich) und Monica Fliedner (Bern) vorbereitete Programm verschiedenen Berufsgruppen essentielle Daten und Impulse bieten wird. Der Patiententag wird am Samstag, 6. Oktober 2007 von Prof. Christoph Rochlitz aus Basel, in Zusammenarbeit mit den Schweizerischen, Bernischen und Basler Krebsligen präsentiert.

Die pharmazeutischen Firmen sollen in unserem Kongress selbstverständlich ihren Platz haben. Sie organisieren hauptsächlich am Freitag, und teilweise am Samstag und am Sonntag ihre Satellitensymposien, zu denen sie namhafte Experten zur Diskussion aktueller Therapiekonzepte einladen konnten.
Der Industrie-Ausstellung ist breiter Platz eingeräumt, wo Sie sich mit unseren Partnern aus der Pharma-Industrie austauschen können.

Das kulturelle Rahmenprogramm bietet Ihnen zunächst die bedeutenden Kunstsammlungen der Museen in Basel und in Bern an. Da ich selber in Bern lebe, erlaubte ich mir, im Kongressprogramm etwas Berner Kultur nach Basel zu tragen. So die Empfehlung, die kurze Reise nach Bern zu unternehmen, um unser neues Paul Klee Museum zu besuchen. Das Konzert der Camerata Bern am Sonntag, 7. Oktober 2007 ermöglicht es Ihnen, in Basel eines der besten Streicher-Ensembles der internationalen Konzertszene kennenzulernen. Am Eröffnungssymposium am Samstag, 6. Oktober 2007 spielen I Salonisti; mehr über sie im entsprechenden Abschnitt dieses Programms. Und schliesslich darf eine Jazz-, Swingund Soul-Party am Samstagabend ebenfalls nicht fehlen.

Kurz: Ich bin überzeugt, dass Sie Ihren Aufenthalt an unserer Tagung in Basel in mancher Hinsicht geniessen und schätzen werden. Ohne die tatkräftige Mitarbeit von zahlreichen Kolleginnen und Kollegen wäre die ganze Organisationsarbeit aber nicht möglich gewesen. So seien – pars pro toto – genannt: die Mitglieder der lokalen und wissenschaftlichen Komitees, die administrative Tagungsleitung der AKM, die Unterstützung zahlreicher Firmen und schliesslich die Beiträge aller, die in irgendeiner Weise ihre Expertise und ihr Engagement in der Onkologie und Hämatologie in unser Treffen einbringen.

 

Herzlich,


Ihr Professor Martin Fey, Bern
Tagungspräsident 2007